Hier erfahren Sie alles über die den neusten Münz-Fund Frankreichs. Millionen wert hätte er fast nie das Licht der Öffenlichkeit erblickt.
Bekanntlich liegt der Teufel im Detail. In diesem Fall war das Detail ein Gemälde in einem Lagerraum und der Teufel eine Millionenschwere Münzsammlung, die um ein Haar unentdeckt geblieben wäre. Was es mit den „Wänden aus Gold“ auf sich hat erfahren Sie in diesem Artikel!
Bereits zum zweiten Mal war das kleine Dorf „Castillonnès“ in Südfrankreich Schauplatz eines überraschenden Münzfundes. Nachdem 2014 die Briten Briten Jennie und Ron Whetton bei den Renovierungsarbeiten an ihrem Haus 45 spanische Goldmünzen aus den 1590er Jahren entdeckten, tauchte 2025 eine neue Goldsammlung auf. Diesmal im Haus des kurz zuvor verstorbenen Paul Narce.
Narce hatte gemeinsam mit seiner Schwester in einem kleinen Steinhaus in dem 1300 Einwohner starken Dorf gelebt. Ein Jahr vor seinem Tod zog er in ein Pflegeheim, nachdem seine Schwester verstorben war.
Im Dorf gab es Gerüchte darüber, dass Narce und seine Schwester gemeinsam Münzen gesammelt hatten. Allerdings hätte sich niemand ausmahlen können, dass Ihre Sammlung später als „eine der bedeutendsten Privatsammlungen, die jemals in Frankreich aufgetaucht sind“ bezeichnet und für mehrere Millionen Euro versteigert werden würde.
Tatsächlich wäre die Sammlung beinahe unentdeckt geblieben. Narce’s Notar stieß nur darauf, weil er die Gerüchte gehört hatte. Versteckt hinter einem Gemälde in einem kleinen Raum in der Wand fand er 10 Stoffbeutel mit jeweils 172 Goldmünzen, die je 20 Napoleon-Franken-Münzen (umgangssprachlich häufig als „napoléons“ bezeichnet) enthielten. Und dabei handelte es sich noch nicht einmal um den Hauptfund.

Wie sich herausstellte enthielt Narce’s Sammlung Münzen aus dem antiken Griechenland, Byzanz, dem mittelalterlichen Gallien und dem revolutionären Frankreich. Die Sammlung wurde in Bezug auf ihren Wert und ihre Seltenheit als höchst-signifikant eingestuft. Unter den wertvollsten Stücken befand sich eine antike Münze aus dem Königreich Mazedonien 336-323 v.Chr. Sie zeigt den Namen von Alexander des Großen. Außerdem wurde eine nahezu komplette Serie von Münzen festgestellt, die aus der Zeit der Regentschaft der französischen Könige Louis XIV, Louis, XV und Louis XVI stammten. Einige der Münzen wurden kurz nach der Hinrichtung Ludwigs XVI. im Jahr 1793 geprägt. Auch seltene Stücke aus dem Herzogtum Aquitanien aus dem 14. Jahrhundert mit dem Porträt von Eduard dem Schwarzen Prinzen waren enthalten.
In einem Interview mit dem Münzexperten Thierry Parsy erklärte dieser, dass Narce ein bescheidenes Leben geführt hätte. Er hätte nicht viel von der Welt gesehen und hätte sein gesamtes Geld in seine Sammlung investiert. Die Sammlung sei mit ihren mehr als 1000 Stücken und den darin enhaltenen Raritäten ausgeprochen außergewöhnlich. Parsy habe noch nie eine so umfangreiche Sammlung im Hinblick auf die Quantität und Qalität zum Verkauf gesehen. Narce hätte gewusst, was er kaufe.
Auch der Bürgermeister von Castillonnès äußerte sich zu dem Fund. Narce und seine Schwester seien sehr höfliche und bescheidene Menschen gewesen, die nicht weit entfernt vom Rathaus gelebt hätten. Die Dorfbewohner hätten nicht erwartet, dass die beiden eine derartig wertvolle Münzsammlung besäßen.
Laut dem Auktionshaus „Beaussant Lefèvre and Associates“ wurden die Münzen letztendlich für mehr als drei Millionen Euro verkauft. Damit überstieg die Sammlung den vorher geschätzten Wert von ca. zwei Millionen Euro deutlich.
Doch was passiert nun mit diesem riesen Haufen Geld?
Narce hatte keine große Familie oder direkte Nachkommen. Allerdings konnte sein Notar inzwischen entfernte Verwandte ausfindig machen, die nun als rechtmäßige Erben des Geldes gelten.
Während die Verwandten ihr Glück wahrscheinlich kaum fassen können ist es schwer zu glauben, dass ein solch bedeutender und lebensverändernder Fund mit etwas Pech für immer hinter einem Gemälde versteckt geblieben und im Laufe der Zeit vielleicht sogar zerstört worden wäre. Man nennt es wohl den „ganz alltäglichen Wahnsinn“. Dieser Fall ist ein gutes Beispiel dafür worauf man achten sollte, wenn man ein altes Haus kauft.
Was zeigt uns diese Geschichte? Wenn Sie ein altes Haus kaufen, sollten sie die Wände überprüfen. Wer weiß – vielleicht steckt auch in Ihren vier Wänden ein kleiner Schatz. Wenn Sie Lust bekommen haben, eigene Münzen zu kaufen oder Ihre Sammlung zu erweitern, finden Sie hier passende Angebote.

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